Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
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Pflegenotstand – Notstandspflege?

25. Oktober um 14:00 Uhr - 27. Oktober um 13:30 Uhr

Jeder will es – keiner will es tun
Es ist wirklich ein Dilemma: Jeder Mensch wird irgendwann pflegerische Hilfe benötigen, die meisten von uns sogar professionelle und aufwändige Pflege. Das Lebensende gleicht dem Lebensanfang und findet uns hilfsbedürftig und abhängig vor. Gleichzeitig wollen immer weniger (junge) Deutsche diese Pflege leisten und diesen Beruf erlernen. Fachkräfte verschweigen privat verschämt, dass sie in einem Pflegeheim arbeiten. Doch gepflegt werden will später jeder von uns – und zwar am liebsten kostenneutral oder gar billig. Aber bitte von einer liebevollen Pflegerin und ja nicht von einem Roboter. Das alles kann nicht gut gehen!
Eine ernsthaft sorgende Gesellschaft in Zeiten demografischer Verschiebungen und dominanter Singularisierung zu entwickeln und dauerhaft zu gewährleisten, ist eine große Herausforderung. Der Pflegenotstand und anders kann man die Situation nicht benennen – droht gravierende Ausmaße anzunehmen. Wir erleben derzeit nur seine Vorboten. Er wird Städte, Kommunen, Landkreise und letztlich den Staat noch viel Geld, Phantasie und Entscheidungsstärke kosten. Dazu gehören vor allem: die hochwertige Ausbildung von ausreichend Fachpflegekräften, die angemessene Finanzierung von Pflege auf fachlich hohem Niveau (und zwar überall: von daheim bis im Heim) und die Gewährleistung von Medizin und Pflege bis ins hohe Alter – auch bei beschränkten Ressourcen.
Was muss sich ändern, um diese Herausforderung zu bestehen? Wie kann die Berufsgruppe der Pflegenden ihre Interessen wirkmächtiger als bisher vertreten? Welche fachlichen Anforderungen muss das Gesundheitssystem aufrechterhalten, selbst wenn Pflege knapp ist, damit nicht Masse auf Kosten von Qualität geht? Was können wir lernen, wenn wir die Gesundheitssysteme anderer Länder vergleichen, in denen Pflege ein deutlich höheres Ansehen und deutlich bessere Bedingungen vorfindet? Was muss geschehen, damit junge Menschen diesen Beruf ergreifen? Und was schließlich ist nötig, damit wenigstens ein Teil der fehlenden Ressourcen durch Elemente einer „sorgenden Gemeinschaft“ in unseren Städten und Dörfern kompensiert wird – also damit es sich wieder lohnt, sich umeinander zu sorgen? Denn: Nur eine umfassende Kultur von Sorge wird den Pflegenotstand dauerhaft lindern.
Diskutieren werden wir bei dieser Tagung Themen aus Technik, Pflegewissenschaften und Pflegepädagogik ebenso wie politische, ethische und wirtschaftliche Forderungen. Wir laden dazu herzlich an den Starnberger See in die Evangelische Akademie Tutzing ein!
Pfr. Frank Kittelberger, Pfarrer und Pastoralpsychologe, Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care, Evangelische Akademie Tutzing

Details

Beginn:
25. Oktober um 14:00 Uhr
Ende:
27. Oktober um 13:30 Uhr
Website:
Website zur Veranstaltung

Veranstalter

Evangelische Akademie Tutzing
E-Mail:
Info@ev-akademie-tutzing.de
Website:
http://www.ev-akademie-tutzing.de