Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung

Real World Stories

Ein Kartenspiel zu Nachhaltigkeit

Mit den „Real World Stories“ entsteht ein Zugang, der sofort ins Tun bringt: rätseln, fragen, diskutieren – und dabei Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und soziale Teilhabe anhand echter Geschichten direkt erfahrbar machen. Das Rätselspiel lädt dazu ein, echte Nachhaltigkeitsgeschichten zu entdecken.

Idee

Der Ansatz entstand aus einer Jahreskonferenz des bundesweiten Netzwerks der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et), bei der sich die Mitglieder regelmäßig treffen, fortbilden und neue Arbeitsvorhaben beraten. Als externe Referentin war Dr. Johanna Weselek vom Heidelberger Zentrum Nachhaltige Entwicklung eingeladen. Sie stellte dort eine vergleichbare Idee vor, die Elemente klassischer Ja/Nein-Rätsel und „Black Stories“ aufgreift:

Eine Person kennt den vollständigen Hintergrund einer Situation, präsentiert jedoch nur einen kurzen, rätselhaften Ausschnitt. Die anderen versuchen durch gezieltes Nachfragen herauszufinden, was tatsächlich geschehen ist.

Im Mittelpunkt der „Real World Stories“ stehen überraschende Wendungen aus dem echten Leben, denn die Realität liefert die spannendsten Geschichten: Zwei Schwestern auf Bali starten mit einer simplen Idee gegen Plastikmüll – und mobilisieren Tausende, sprechen vor der UN und verändern damit tatsächlich ihre Insel. Ein Neunjähriger hält ein Referat über Baumpflanzaktionen und daraus wird nur wenige Jahre später eine Stiftung und das weltweite Netzwerk „Plant-for-the-Planet“ entsteht. Solche Beispiele zeigen, welche Wirkungskraft das Engagement junger Menschen entfalten kann.

Zentrale Charakteristika

Ziel bei der Entwicklung dieser Methode war es, ein Format zu schaffen, das Spaß macht, Neugier weckt und Raum für Austausch eröffnet – und sich zugleich unkompliziert in Seminare oder Jugendtreffs integrieren lässt. Drei Kriterien waren im Entwicklungsprozess besonders wichtig:

  • Echtheit: Alle Geschichten basieren auf realen Ereignissen. Das Spiel macht sichtbar, wie vielfältig nachhaltiges Handeln aussehen kann und dass echte Menschen bereits Veränderung gestalten.
  • Empowerment statt Überforderung: Nachhaltigkeit kann schnell schwer werden. Viele Jugendliche fühlen sich durch Sorgen rund um Klimakrise und Zukunft belastet. Deshalb konzentriert sich die Methode bewusst auf Mut machende Beispiele, die zeigen: Engagement wirkt – manchmal wird die Bedeutung erst später deutlich.
  • Perspektivwechsel ermöglichen: Das Spielprinzip fördert das Einnehmen verschiedener Blickwinkel und das Entwickeln eigener Hypothesen. Diese Kompetenz stärkt die Fähigkeit zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen – und macht zugleich Spaß.

Einsatz

Das Spiel eignet sich in Jugendgruppen hervorragend als Einstieg in thematische Workshops: Das gemeinsame Knobeln lockert die Runde und öffnet den Blick auf globale Zusammenhänge, ohne die Schwere des Themas zu betonen. Hier ein paar Eindrücke aus dem Spiel:

 

Die Methode „Real World Stories“ ist fertig gestaltet, in einer kleinen Auflage gedruckt und wird derzeit in unterschiedlichen Bildungssettings erprobt. Es ist möglich, das Spiel online auszuprobieren oder die Druckvorlage herunterzuladen. Bei allen weiteren Fragen steht Thea Jacobs als Ansprechperson gerne zur Verfügung.

Projektteam

Förderhinweis

Dieses Bildungsmaterial wurde im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) entwickelt und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.