Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
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Once upon today … in Europe

Diversitätsbewusste Bildung zu Geschichte und Erinnerung in Europa

Wie schaffen wir in einer Gesellschaft der Vielfalt einen Raum, in dem sich Menschen mit ihren Identitäten, Zugehörigkeiten und Geschichten wiederfinden? Das internationale Projekt «Once upon today … in Europe» umfasst Trainings für Fachkräfte, Projekte mit Jugendlichen in sechs Ländern und internationale Jugendbegegnungen.  Die Multiplikator*innen lernen dabei neue Methoden für eine diversitätsbewusste Bildungsarbeit zu Identität, Geschichte und Erinnerungskulturen kennen. Junge Menschen machen sich auf die Suche nach Spuren von Geschichte in ihrem Umfeld, dokumentieren Erinnerungen und Leerstellen im kollektiven Gedächtnis. In vier Jahren ist auf diese Weise eine transnationale community of practice entstanden.

 

Profil

Der Ausgangspunkt für das Projekt «Once upon today … in Europe» war die Überlegung, dass Geschichte  in einem kommunikativen Prozess konstruiert wird, dass sie erzählt, gehört, erinnert wird – und daher diese Erzählungen und Erinnerungen vor dem Hintergrund unserer heutigen Wertvorstellungen und mit Blick auf Fragen von Anerkennung und Zugehörigkeit in unseren heutigen Gesellschaften reflektiert werden müssen. Der Projekttitel «Once upon today … in Europe» («Es war einmal heute … in Europa») nimmt auf diesen narrativen Charakter von Erinnerung Bezug, indem er den typischen Anfang eines Märchens in die Gegenwart verlagert.

Die Zielsetzung ist, die Fähigkeit der Teilnehmer*innen zu stärken, sich  über unterschiedliche historische Erfahrungen, Erinnerungen und Perspektiven auszutauschen.  Die Dekonstruktion von Großerzählungen und der Blick auf Leerstellen im kollektiven Gedächtnis sind dabei wichtige Schritte, um den Blick auf die Vielfalt von historischen Erfahrungen und Erinnerungskulturen in einem transnational vernetzten, von Migration und Diversität geprägten Europa zu weiten. Die Teilnehmer*innen werden eingeladen, sich selbst zu verorten: Finden sie sich in Erzählungen wieder, die sie in ihrer eigenen Gesellschaft als dominant wahrnehmen? Gibt es aus ihrer Sicht Leerstellen im kollektiven Gedächtnis ihrer Länder oder anderer Erinnerungsgemeinschaften?

Dem pädagogischen Konzept von «Once upon today» liegt ein Ansatz zu Grunde, der die Diversität der Teilnehmer*innen anerkennt und als Ressource für einen kreativen und produktiven Lernprozess begreift. Die europäische Begegnung ermöglicht es, die kollektiven Rahmungen unserer Erinnerungen aufzudecken, also beispielsweise Schwerpunkte zu erkennen, die sich aus dem nationalen Geschichtsunterricht oder einer öffentlichen Gedenkkultur ergeben.

Ein Projektzyklus besteht jeweils aus vier Elementen:

  1. Vorbereitungstreffen
  2. Training für Multiplikator*innen
  3. Mikroprojekten von Jugendlichen in 6 Ländern
  4. Jugendbegegnung

Im Anschluss wird das Projekt auf Basis der Rückmeldungen von Teilnehmer*innen, Partnern und Projektteam evaluiert, um gegebenfalls Veränderungen in der Konzeption und praktischen Umsetzung für das kommende Jahr vorzunehmen. Auf diese Weise ist seit dem ersten Seminar im Jahr 2012 eine kleine transnationale Community of Practice entstanden.

 

Aktuelle Ausschreibung

2019 widmet sich das Projekt der Frage, wie heute in den beteiligten Partnerländern an das Jahr 1989 erinnert wird. Hier geht es zum vollständigen Call for participants – Once upon Today 2019. Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2019.

Aus dem aktuellen Ausschreibungstext:

Once upon today… in Europe: (Y)our 1989.

2019 sees Europe celebrating the 30th anniversary of the end of communism and of new democratic beginnings in Central and Eastern Europe. For all countries in the region, 1989 is not some distant event in the past, but the dramatic societal, political and economic change continue to have an impact on the lives of people and their communities today.

In the spirit of our project title “Once upon today… in Europe”, we want to explore the way that 1989 is currently remembered, debated and reinterpreted in the countries across the region. As 30 years is also the transition between two generations, we want to develop new, innovative and creative ways to explore the meaning of the year 1989 with young people:

  • What is (y)our story of 1989?
  • How has the revolution changed the lives of your families or your community?
  • How is 1989 currently remembered and discussed in the country you live in?
  • What is our story of 1989 as Europeans?

“Once upon today… in Europe” focuses on issues of belonging and identity in Europe with a focus on historical narratives. What does this mean? When people talk about history, memory and identity, they constantly tell a story about themselves, the communities and states they live in. These stories – or narratives – help people make sense of reality and they are made up of diverse facts, myths, official commemoration and personal memories. Like any other story, they are constantly shaped and reshaped through communication and reflect the values, interpretations and political objectives of the communities and people who share it. Thus, any narrative could start like a tale in present: “Once upon today…”

Termine

Materialien

Im Projekt wurden von einem internationalen Team eigene Methoden entwickelt bzw. aus der Praxis anderer Organisationen adaptiert. Die Methoden sind ausführlich auf der Projektseite dokumentiert.

Projektleitung

Partner

«Once upon today … in Europe» wird gemeinsam mit Partnerorganisationen in sechs Ländern und in einem internationalen Projektteam durchgeführt:

 

Förderer