Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
Projekt „Alles Glaubenssache?“

#BlackLivesMatter

- jung.regional.couragiert

Schulen und andere Orten der Jugendbildung kommt eine zentrale Rolle bei der Auseinandersetzung mit Rassismus zu. Im Rahmen des Projektes „Alles Glaubenssache? Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität“ entstanden deswegen Bildungsmaterialien zum Einsatz im Unterricht, Konfirmandenunterricht und anderen Gruppensettings, die dabei helfen, dieses aktuelle und relevante Thema mit Jugendlichen zu besprechen und betroffene Jugendliche zu empowern. Junge Menschen, die oft durch eigene Erfahrungen für dieses Thema sensibilisiert sind, können in ihrer Haltung und Handlungskompetenz gestärkt werden.

Das Projekt

Im Juli 2013 saß die US-Amerikanerin Alicia Garza in einer Bar als sie vom Freispruch Goerge Zimmermanns erfuhr, der im Jahr zuvor den afroamerikanischen Teenager Trayvon Martin erschoss. Auf Facebook schrieb sie: „Black people. I love you. I love us. Our lives matter.“ Ihre Freundin Patrisse Cullors postete dazu den Hashtag #BlackLivesMatter – ein Aufschrei, aus dem in den folgenden Jahren eine organisierte Bewegung wurde. Als am 25. Mai 2020 der Schwarze George Flyod bei einem Polizeieinsatz von weißen Polizisten erstickt wurde, ging die Bewegung von den USA aus um die Welt. Es kam zu großen Demonstrationen gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalt an Schwarzen Menschen. Der Hashtag wanderte auf die Plakate der Demonstrant*innen.

Die #BlackLivesMatter Bewegung gibt Anlass sich mit rassistischen und postkolonialen Strukturen in unserer Gesellschaft auseinander zu setzen. Doch vielen Menschen in Deutschland fällt es noch immer schwer diese Lebensrealität eines Teils der Gesellschaft anzuerkennen. Die Frage ist also: Wie sprechen wir über Rassismus? Es mangelt an Expertise, weil wir uns gesellschaftlich bisher zu wenig mit Kolonialrassismus, seiner Geschichte, Sprache und Bildern beschäftigt haben. Oft besteht Unsicherheit, wenn es um die Auseinandersetzung mit Schwarzem Leben in Deutschland geht.

Annette Lorenz hat dazu an der Evangelischen Akademie Frankfurt fünf professionell erstellte Videoclips entwickelt. In jedem Video kommt ein junger Mensch aus dem Rhein-Main-Gebiet zu Wort, die*der sich aktiv in der Bewegung engagiert. Ihre Erfahrungen und Perspektiven laden in einer peer-to-peer Begegnung zur Auseinandersetzung mit dem Thema ein und stärken eine antirassistische Haltung der Zuschauer*innen.

Das Arbeitsheft, das hier in Kürze veröffentlicht wird, enthält ausgewähltes Hintergrundwissen der rassismuskritischen Bildungsarbeit inklusive einer Aufbereitung der gängigen, rassismustheoretischen Begriffe für die Praxis, zwei Unterrichtseinheiten, die aufeinander aufbauen, und fünf weiterführende didaktische Entwürfe zur Vertiefung des Themas. Das Material ist kurzweilig aufbereitet und lädt zur Interaktion und Diskussion mit Jugendlichen ein. Die Vermittlung der Inhalte lässt sich je nach Alter, Interesse und Bildungsstand an die Gruppenbedürfnisse und an das vorhandene Zeitkontingent anpassen.

Eindrücke aus den Videos

Kontakt

  • Lorenz, Annette

    Regionale Fachstelle «Alles Glaubenssache? Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität», Ev. Akademie Frankfurt, Ev. Akademie Frankfurt

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Projekt und Förderer

Das Material ist im Rahmen des Projektes «Alles Glaubenssache? Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität» von der Evangelischen Akademie Frankfurt entwickelt worden. Es wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.