Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
17. Oktober 2019 | Projekt "Alles Glaubenssache?"

Prävention wofür?

Demokratieverständnisse in der politischen Bildung


Oft stehen die Gefahren für die Demokratie im Fokus, wenn es derzeit in öffentlichen Debatten und Förderpolitik um politische Bildung geht. Extremismus, Menschenfeindlichkeit oder Populismus sind dann die Stichworte, die häufig genannt und zugleich heftig diskutiert werden. Demgegenüber wollte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) auf einem Fachtag nach dem „wofür?“ fragen, also nach positiven Leitbildern für die Demokratie in politischer Bildung und sozialer Arbeit.

Paneldiskussion mit v.l.n.r.  Prof. Manfred G. Schmidt (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg), Dr. Claudia Gatzka (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Ole Jantschek (et), Thomas Krüger (Bundeszentrale für politische Bildung), Silke Baer (Cultures Interactive). Foto: © bpb, BILDKRAFTWERK.

Ole Jantschek, Pädagogischer Leiter der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung, moderierte dazu die  Paneldiskussion „Was können wir wollen?“: Welche Rolle spielen Demokratieverständnisse in der Praxis der politischen Bildung und der sozialen Arbeit? Welche positiven Leitbilder von Demokratie, welche Problemlösungsmodi, Gesellschafts- und Wertvorstellungen tragen diese Arbeit?

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, vertrat in seiner Eröffnungsrede und in der Diskussion ein offenes Demokratieverständnis: „Demokratie lebt von der Debatte über ihren Inhalt.“ Zentral seien die Offenheit für Pluralismus (auch der Demokratieverständnisse) und die Anerkennung des Individuums. Politische Bildung und soziale Arbeit hätten ohne Zweifel präventive Wirkungen, aber sie dürften sich nicht vom Gedanken der Prävention leiten lassen.

Silke Baer, die pädagogisch-wissenschaftliche Leiterin von Cultures Interactive, zeichnete in ihrem Beitrag einen jugendkulturellen Ansatz nach, der an der Schnittstelle von politischer Bildung und sozialer Arbeit steht. Ergänzt wurde diese Perspektiven durch den wissenschaftlichen Blick von Prof. Manfred G. Schmidt und Dr. Claudia Gatzka, die mit ihren beiden Vorträgen zu Demokratieverständnissen auch einen äußerst anregenden Rahmen für diese lebendige Diskussion boten, die hier nachzuhören ist.

Weitere Informationen und Materialien zur der Veranstaltung werden auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung zur Verfügung gestellt: www.bpb.de/demokratieverstaendnisse

Kontakt: Ole Jantschek