Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
12. März 2026 | Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung

Call for Papers

Fachtagung: „Politische Bildung im öffentlichen Raum"


Die Ev. Akademie Hofgeismar, die Ev. Akademie zu Berlin, der Verein Stadtrundgangster e. V., das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung an der Universität Kassel und die Ev. Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) veranstalten am 28. und 29. September 2026 in Kassel die Fachtagung „Politische Bildung im öffentlichen Raum“ und laden herzlich zur Beteiligung ein.

Zwischen Rissen und Kitt

Wo gesellschaftliche Risse auftauchen und wo Kitt zu Zusammenhalt beitragen soll, lässt sich im öffentlichen Raum besonders deutlich beobachten. Auf Straßen, Plätzen, in Parks oder Passagen verdichten sich Konflikte um Zugehörigkeit, Sichtbarkeit und Ressourcen – und zugleich entstehen dort Begegnungen, Aushandlungen und (manchmal) neue Formen von Zusammenhalt und kollektiver Aneignung. Politische Bildung im öffentlichen Raum setzt genau hier an: Sie nutzt die Risse als Lernanlass, um Machtverhältnisse, Ausschlüsse und Deutungskämpfe sichtbar und diskutierbar zu machen – und sie arbeitet zugleich an dem, was „Kitt“ sein kann: an Gesprächsfähigkeit, Perspektivwechsel, demokratischer Urteilsbildung und praktischer Teilhabe.

Welche Bildungsformate im öffentlichen Raum dabei plausibel, legitim und wirksam erscheinen, hängt davon ab, welches Demokratie- und Öffentlichkeitsverständnis ihnen zugrunde liegt. Zum einen wird öffentlicher Raum als Infrastruktur demokratischer Selbstverständigung gelesen: Begegnung, Gespräch und die Suche nach gemeinsamen Gründen und solidarischer Praxis stehen im Vordergrund. Zum anderen ist öffentlicher Raum Ausdruck materialisierter Machtverhältnisse und Austragungsort politischer Konflikte um Sichtbarkeit, Anerkennung und Teilhabe. Politische Bildung steht damit vor der Frage, wie sie demokratische Verständigung ermöglicht, ohne Ungleichheit zu ignorieren und Dissens zu neutralisieren. Und wie sie Konflikte und Machtverhältnisse bearbeitet, ohne kommunikative Verständigungsansprüche und die Chance auf Perspektivwechsel preiszugeben. Daraus ergeben sich unterschiedliche didaktische Konsequenzen.

Die Tagung „Politische Bildung im öffentlichen Raum“ nimmt diese Spannungen zum Ausgangspunkt. Sie fragt danach, welche Potenziale politische Bildung im öffentlichen Raum entfalten kann – und welche Grenzen, Dilemmata und Verantwortlichkeiten dabei sichtbar werden. Im Fokus stehen politikdidaktische Begründungszusammenhänge ebenso wie professionelle Selbstverständnisse und konkrete Praxisformen: außerschulische Lernarrangements, aufsuchende Formate, ästhetisch-kulturelle Zugänge und Interventionen, die Öffentlichkeit nicht nur adressieren, sondern in Prozessen politischer Bildung auch herstellen, irritieren oder neu rahmen.

Mitmachen

Akteur*innen aus Politikdidaktik, Sozialer Arbeit, non-formaler politischer Bildung sowie aus Kunst, Kultur und kultureller Bildung sind herzlich eingeladen, bis zum 1. Mai 2026 theoretische, empirische oder praxisbezogene Beiträge einzubringen. Hierfür schlagen wir folgende Formate vor:

  • Vortrag: ca. 20 Minuten (+ 20 Minuten Diskussion)
  • Workshop: 90 Minuten (methodisch/praktisch ausgerichtet, gerne auch im Stadtraum)

Alle Informationen zur Einreichung der Abstracts finden sich in der vollständigen Ausschreibung.

Save The Date: eine Anmeldung zur Tagung ist voraussichtlich ab Juni möglich.