Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
23. November 2020 | ejsa-Bayern e.V.

Mödlareuth – grenzenlos bunt!


30 Jahre Deutsche Einheit. Eine lange Zeit. Insbesondere für junge Menschen, die nie ein geteiltes Deutschland erlebt haben und sich nur aus Filmen, Büchern und Erzählungen ein Bild vom ehemaligen Ost- und Westdeutschland machen können.

Etwas näher kommt man der Geschichte Deutschlands zum Beispiel im ehemaligen Grenzdorf Mödlareuth. 37 Jahre war hier die Welt zu Ende. Mödlareuth, auch genannt „little Berlin“, wurde durch eine Grenzanlage geteilt. Auf der einen Seite Bayern, auf der anderen Thüringen. Die Überreste dieser Anlagen kann man heute noch besichtigen und erhält einen Eindruck von den Dimensionen, die die innerdeutsche Grenze hatte.

Aber was hat das mit Jugendlichen zu tun, die aus den anliegenden Bundesländern Sachsen, Thüringen und Bayern stammen? Was verbinden sie mit diesem Teil der jüngeren deutschen Geschichte und was hat das heute mit ihnen zu tun?

Antworten auf diese Fragen gab es am 3. Oktober 2020 in eben diesem Dorf. Der BDKJ Hof –Kulmbach, das EBZ Bad Alexandersbad, die EJBA Hof und zahlreiche andere Jugendverbände und Jugendorganisationen feierten an diesem Tag die Demokratie. An den zahlreichen Ständen informierten die Verbände über ihre Aktivitäten und luden zu Mitmach-Aktionen und Diskussionen ein. Musik durfte natürlich auch nicht fehlen. Über den Tag verteilt besuchten ca. 200 Menschen die Veranstaltung. Natürlich mit Abstand und Corona-konform.

Auf der Bühne berichteten Jugendliche mit den verschiedensten Herkünften und Hintergründen, warum sie sich gesellschaftspolitisch engagieren und warum ihnen demokratische Rechte und Werte wichtig sind. In ihren Reden schilderten sie eindrücklich mit welchen Themen sie sich befassen und wie wichtig ihnen ihr Engagement ist.

„In meiner Heimat, würde ich ins Gefängnis kommen und meine Familie wäre in Gefahr, wenn ich dort öffentlich sprechen würde.“ Marwah aus Syrien

In den Beiträgen wurde immer wieder deutlich, welchen Stellenwert demokratische Grundrechte wie die Freiheit der Rede haben. Wie scheinbar selbstverständlich dies heute ist und in der Vergangenheit eben nicht. Die Veranstaltung fand auf thüringischer Seite statt. Den Einwohner*innen auf dieser Seite war es zu Zeiten der Mauer verboten auch nur den Blick gen „Westen“ zu richten.

Obwohl das schon so lange zurückliegt, ist den Jugendlichen durchaus bewusst, welche Repressalien es im totalitären Regime der DDR gab und welche Freiheiten und Privilegien ein demokratischer Rechtsstaat bietet. Das ist es wert zu feiern! Einen Einblick in die Veranstaltung bietet dieses Video:

Kontakt: Christian Schlademann