Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
7. August 2026 | Evangelische Akademie Hofgeismar

Eine LEGO®-Stadt der sozial-ökologischen Zukunft

„KittyCity“ gewinnt den bap-Preis Politische Bildung


© Ev. Akademie Hofgeismar/Lukas Boldt

150.000 Bausteine, drei Generationen, ein Preis: Dr. Oliver Emde, Studienleiter an der Evangelischen Akademie Hofgeismar, wird vom Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V. ausgezeichnet. Emde überzeugte mit seiner 2025 veranstalteten Kinderakademie unter dem Titel „KittyCity – wir bauen eine LEGO®-Stadt der sozial-ökologischen Zukunft“. Verliehen wird der Preis am 6. Oktober von Familienministerin Karin Prien in Berlin.

„Dass unser Projekt bundesweit als herausragende politische Bildung ausgezeichnet wird, macht mich sehr glücklich“, sagt Emde. Der Preis sei ein starkes Signal: „Generationsübergreifende Bildungsarbeit, in der Kinder mit ihren Perspektiven ernst genommen werden, trägt zu mehr Zusammenhalt bei.“

Stadtplanung mit Kindern, Eltern und Großeltern

Unter dem Motto „Stimmen für morgen – Generationengerechtigkeit gestalten“ wurden Projekte und engagierte Menschen gesucht, die sich für Generationengerechtigkeit, politische Bildung und eine lebendige Demokratie einsetzen. Genau dies kam in dem von Emde im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für politische Jugendbildung konzipierten Planspiel zum Ausdruck: Kinder, Eltern, Großeltern und Lehramtsstudierende verhandelten drei Tage lang im nordhessischen Hofgeismar, wie eine Stadt angesichts von Klimawandel, Einsamkeit, Wohnraummangel und sozialer Ungleichheit generationengerecht umgebaut werden kann. Das Besondere: Politische Entscheidungen wurden nicht nur diskutiert, sondern in einer gebauten Stadt sicht- und veränderbar gemacht.

Jury würdigt Qualität und Engagement

Aus mehr als 50 eingereichten Bewerbungen stach die „KittyCity“ nun hervor. Das et-Projekt habe die Jury durch seine hohe Qualität, Relevanz und das damit verbundene Engagement besonders überzeugt, heißt es in der Begründung. „Es leistet einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Generationengerechtigkeit aktiv gestaltet und vermittelt werden kann“, befand die Jury. Insgesamt gibt es drei Preisträger; sie erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Gute politische Bildung entstehe im Zusammenspiel vieler Perspektiven, über Altersgrenzen und Institutionen hinweg, ist Preisträger Emde überzeugt. Sein Dank gilt deshalb den am Projekt Beteiligten: der Universität Kassel (Dr. Gesine Bade), der Evangelischen Jugend Allgäu (Martin Kugler) und den engagierten Grundschullehramtsstudierenden.

Plädoyer für starke Bildungsstrukturen

„Solche Projekte fallen nicht vom Himmel“, macht Emde im Gespräch mit der Redaktion von ekkw.de deutlich. Nötig seien eine verlässliche Finanzierung und eine organisatorische Infrastruktur, die Räume, Zeit und Personal zusammenbringe. „Genau das leisten Evangelische Akademien. Der Preis ist deshalb auch eine Erinnerung: Wer politische Bildung will, muss die Strukturen erhalten, die sie tragen“, so Emde. Eine lebendige Demokratie lebe von einer starken, plural finanzierten Zivilgesellschaft. „Auszeichnungen sind schön. Noch wichtiger ist, dass die Träger politischer Bildung auch morgen noch die Mittel haben, mit Kindern und Familien Demokratie erfahrbar zu machen.“

Kontakt: Oliver Emde